„Hier en Nu“ bedeutet „Hier und Jetzt“ und ist der Titel des neuesten Drehbuchs von Filip Firlefijn, dessen Anfang teilweise und frei, aber respektvoll aus „De jihadkaravaan, reis naar de wortels van de haat“ von Montasser Alde'Emeh und Pieter Stockmans abgeleitet wurde. Jedoch ist der erster Akt nur den Aufbau zu einer Krise, die im zweiten und dritten Akt gelöst werden sollte. Das ist die echte Story in dem Geschichte und Realität die Komplexität des Syrienkrieges zeigt.

Die Hauptfigur Akil orientiert sich an den biografischen Realitäten von „Monty“ (aus dem „Jihadkaravaan“) und wurde stark auf den neuen Konflikt ausgerichtet, um einen umfassenden, emotional aufgeladenen und greifbaren Blick auf die jüngste Geschichte des Nahen Ostens zu schaffen. In Bezug auf den Handlungsstrang bedeutet dies, dass die neue Geschichte zusätzlich zur frühen Geschichte von Akils Wurzeln in Palästina und seiner schwierigen Erziehung in Belgien mit dem Versuch, sein Zuhause zu verlassen, um in den Iran zu gehen, um für die Hisbollah zu trainieren, via ein erfundene Bruder den Kurs änderte, um neue Themen darzustellen. Akils jüngerer Bruder Marid, der in Belgien geboren wurde und in seiner eigenen Familie zum Außenseiter geworden ist, geht tatsächlich ins Ausland, um zu kämpfen, allerdings nicht für die Hisbollah, sondern gegen Assad. Um eine sehr berührende, relevante Geschichte zu schaffen, die in einem sehr echten Realitätssinn im Hinblick auf einen größeren komplexen Kontext verwurzelt ist, hat Filip auch eine Journalistin, Fayrouz, und eine Romanze zwischen ihr und Akil hinzugefügt. Ihre Figur erwachte nach der Lektüre von Janine di Giovannis Buch „The Morning They Came for Us: Dispatches from Syria“ richtig zum Leben und wurde im letzten Akt sogar zur neuen Hauptfigur. Unwahrscheinliche und moderne Elementen wurden also auf paradoxal geschmeidige Weise zusammengefügt. Weitere Sachbücher wurden herangezogen, um den realistischen Eindruck der Geschichte zu untermauern, auch wenn es sich letztlich um mehr als nur ein realistisches Zeitdokument handelt.

Rückseite: „Hier en Nu“ ist ein Drehbuch des flämischen Schriftstellers Filip Firlefijn. Nach „Boon St“, das sowohl als Theaterstück als auch als Drehbuch gedacht war, folgt nun dieser dreiteilige Kraftakt, der konsequent und gezielt für die Leinwand geschrieben wurde. Akil, ein Sohn palästinensischer Flüchtlinge, wächst in Antwerpen auf und möchte seinen jüngeren Bruder Marid zurückholen, der nach Syrien ausgereist ist. Hilfe bekommt er von der Journalistin Fayrouz, in die er sich schnell verliebt. Auch hier sind Struktur und Design außergewöhnlich. Zwischen erhellendem Realismus, Literaturphilosophie und Märchenwelt findet sich der Leser in einem zutiefst dramatischen Handlungsstrang auf einer sehr dürftigen Spur der Hoffnung wieder.